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Flower Power

Hair

Let the sunshine in!

Hair Foto: English Theatre
 Bild: English Theatre
Das mittlerweile vierzig Jahre alte Rockmusical von Gerome Ragni, James Rado und Galt MacDermot in der englischen Originalversion inszeniert von Ryan Mcbryde. Mit Matt Harrop ("Les Misérables", London).
(Text: dv)

Premiere: 22.11.2008
 
Musikalische Leitung - Thomas Lorey

Regie - Ryan Mcbryde

Design - Bob Bailey

Choreografie - Lizzie Gee

Besetzung:

Matt Harrop (Older Berger)

Peter Saul (Berger)

Josh Canfield (Claude)

Matthew J Henry (Hud)

Alan Pearson (Woof)

Ellie Boswell (Sheila)

Jacqui Sanchez, Rebecca Wicking, Carly Mercedes Dyer, Rosalind James, Stephen Sinclaire, Grant Murphy (Ensemble)

(Text: Theater)

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Zuschauer-Rezensionen:

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


2 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:

Eine werkgetreue Inszenierung

30.11.2008 - Und damit ist auch schon der größte Vorteil dieser durchaus gelungenen Inszenierung benannt.
Der Regisseur hat Gott sei Dank darauf verzichtet das Musical "zeitgeistig" zu adaptieren. HAIR wird zum Statement der politischen Situation und zum Spiegelbild des Bewustseins vieler junger Menschen in den ausgehenden 60er Jahren. Keine krampfhaften Deutungsversuche aktueller politischer und sozialer Vorgänge.
HAIR wird zu einer Art emotional nachvollziehbarem und ausgesprochen unterhaltsamen Geschichtsunterricht für alle die, die diese Zeit nicht selbst miterlebt haben.

Die Inszenierung selbst ist höchst kreativ: fahrbare Elemente ermöglichen schnelle Szenenwechsel, unterschiedliche Vorhänge kommen zum Einsatz, originell eingesetzte Film- und Videosequenzen sorgen für optische Abwechslung. Sogar die Freiflugsequenz eines Darstellers wurde sinnvoll eingebaut. Allein das optische Kolorit wurde nicht ausreichend in Bühnen- und Kostümbild berücksichtigt. Hippie- und Flower-Power-Ästhetik fehlen weitgehend.

Das Ensemble spielt und singt meistens überzeugend allerdings etwas zu gebremst.
Etwas mehr Ausgelassenheit (um nicht zu sagen Exaltiertheit) wären nötig gewesen, um den Zeitgeist dieser Jahre treffend zu beschreiben.

Unterm Strich: Eine ausgesprochen gelungene und originelle Inszenierung des ENGLISH THEATRE ohne unnötige Experimente und Verfremdungen.

kevin (15 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)

Geniestreich mit einem Wermutstropfen

25.11.2008 - Wieder eine rundum gelungene Inszenierung des English Theatre mit vielen pfiffigen Regieeinfällen. Zunächst machte mich der Ansatz, die Handlung als Retrospektive eines sterbenden, alten George Berger anzusiedeln, skeptisch, doch vom den ersten Szenen an fügte sich "Old Berger" als wehmütiger Kommentator einer turbulenten Zeit nahtlos ins Geschehen ein. Die Szenenübergänge funktionierten sensationell, die "Politisierung" der Handlung durch die Einbindung der Kennedy-Ermordung tat dem in anderen Inszenierungen oft etwas "planlosen" Stück sehr gut. Mit einfachen Mitteln wie Papptafeln oder Handpuppen wurden gute Regie-Ideen äußerst gelungen umgesetzt und trugen zur "dichtesten" Hair-Inszenierung bei, die ich je gesehen habe. Die Show wirkte "frisch" wie selten zuvor. Hair und seine Thematiken können ja oft etwas "angestaubt" wirken, hier war das Gegenteil der Fall - kein Lied stand für sich, sondern jedes brachte die Handlung voran, was in diesem Stück in anderen Inszenierungen nicht immer der Fall war.

Einziger Wermutstropfen, der mich hier von der Vergabe von 5 Sternen abhielt, war die Besetung der weiblichen Hauptrolle. Ellie Boswell war zumindest an diesem Abend (ob sie krank war, vermag ich nicht zu beurteilen, es klang aber nicht so) den stimmlichen Anforderungen der Rolle in keinster Weise gewachsen und klang gerade im oberen Register nicht nur dünn, sondern lag auch das ein oder andere Mal wirklich daneben. Da habe ich bei Schulaufführungen schon wesentlich überzeugendere Sheilas gesehen. Leider war sie auch schauspielerisch nicht präsent genug, als dass ich ihr diese Schwäche hätte nachsehen können. Nach einer gewissen Zeit war beim Publikum auch schon zu Beginn ihrer Lieder eine gewisse "puh, hoffentlich haut sie nicht schon wieder so daneben"-Anspannung zu spüren. Schade, aber da passte wirklich gar nichts. Überzeugend hingegen vor allem Matt Harrop als "Old Berger" mit einer warmen Stimme und guter Bühnenpräsenz. Auch Josh Canfield als "Claude" lieferte eine starke Leistung ab. Von den Nebendarstellern ragte Matthew Henry, der mir auch schon bei Avenue Q in London positiv aufgefallen war, absolut heraus. Sein "Hud" war energiegeladen, explosiv und ausdrucksstark. Auch Alan Pearson als "Woof" war immer präsent, genau wie Carly Dyer und Jacqui Sanchez im Ensemble.

everythingisrent (erste Bewertung)

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