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Compilation

Jersey Boys

Frankie Valli and the Four Seasons


© Brinkhoff & Mögenburg
© Brinkhoff & Mögenburg
Die Geschichte von Sänger Frankie Valli und der Band "The Four Seasons" als Compilation-Musical mit bekannten Songs wie "Big Girls Don't Cry" oder "Oh, What a Night!", oft leider nur in stark gekürzter Version, stellt sich als zwiespältiges Erlebnis dar.

(Text: Maik Frömmrich)

Premiere:18.03.2008
Rezensierte Vorstellung:28.07.2013
Dernière:26.03.2017


Kriminalität, Schulden, Aufstieg, Erfolg, Trennung und Solokarriere, alles gewürzt mit den privaten Problemen der einzelnen Bandmitglieder und natürlich den bekannten und weniger bekannten Songs der Band - das ist die Kurzzusammenfassung von "Jersey Boys". Und fast genauso oberflächlich inszeniert Des McAnuff das Musical, denn das Buch von Marshall Brickman und Rick Elice gibt ihm gar keine andere Möglichkeit.

Die Autoren lassen jedes der vier Bandmitglieder einen Teil der Geschichte erzählen. Dabei bricht der jeweilige Erzähler aus der Handlung aus, adressiert das Publikum direkt und fasst Geschehnisse, Hintergründe und Motive zusammen. Collagenartig folgt Szene auf Szene, schnelle Umbauten zum Rhythmus der Musik geben dem Stück ein hohes Tempo, und Songs werden oft mehr an- als ausgespielt. Das ist durchaus unterhaltsam, gleichzeitig wirkt es aber auch wie eine Aneinanderreihung von Erlebnissen, die jegliche Tiefe vermissen lässt. Nebenfiguren wie Ehepartner, Produzenten, Kriminelle oder auch die Kinder der Bandmitglieder bleiben oberflächliche Abziehbilder, die lediglich das Umfeld skizzieren. Hinzu kommt, dass es sich fast bis zum Ende des ersten Aktes eher um ein Schauspiel mit Musik handelt. Alle dargebotenen Songs stehen im Kontext von Proben, Tonstudioaufnahmen oder Auftritten. Der erste richtige Buchsong ist "Oh, What a Night!", der sich auf die ersten Sexerfahrungen von Nesthäkchen Bob Gaudio bezieht. Zu diesem späten Zeitpunkt wirkt die Integration eines Songs außerhalb der genannten Momente seltsam und wie ein Bruch im Gesamtkonzept.

Der zweite Akt bietet die ruhigeren und dramatischeren Momente. Dementsprechend verlangsamt sich das Tempo - und Des McAnuff versucht noch, etwas Tiefe in das Stück zu bringen. Das gelingt insgesamt nur bedingt, denn die Schicksale der einzelnen Bandmitglieder lassen einen recht unberührt. Getragen wird dieser Akt dann eher von den zum Glück nicht mehr zerstückelten, sondern länger dargebotenen Songs. Spätestens bei "Can't Take My Eyes Off You" tobt der ganze Saal.

Stückbedingt liegt der Fokus auf den vier Bandmitgliedern: Sowohl David McGranaghan als Nick Massi, Jon Boydon als Tommy DeVito, als auch Edd Post als Bob Gaudio sind stimmlich und darstellerisch ohne Makel und geben ihren Figuren so viel Konturen, wie es ihnen das Buch erlaubt. Im Mittelpunkt steht allerdings Frankie Valli, der von Ryan Molloy mit der markanten Kopfstimme und zurückhaltendem Spiel gegeben wird. Im ersten Akt wirkt er unterkühlt und scheint all die Ereignisse um sich herum eher zu beobachten und geschehen zu lassen. In seinen großen Gesangsnummern im zweiten Akt blüht er aber auf und gibt den Frontmann selbstbewusst und mit der nötigen Energie.

Das Ensemble passt sich dem jeweiligen Tempo des Stückes an und kümmert sich um die blitzschnellen Umbauten des schlichten Bühnenbilds, das nur aus einem großen Stahlgerüst, LED-Wänden und einer Menge Requisiten und Möbelstücken besteht. Möglichkeiten für einzelne Darsteller zu glänzen, gibt es aber nicht.

Letztendlich unterhält die Inszenierung, ist kurzweilig und bietet den ein oder anderen schönen musikalischen Moment. Jedoch bleibt die Sehnsucht nach mehr Tiefe, mehr Songs in langer Version und dem besonderen Gänsehautmoment. Fans der Musik und Band werden sicherlich trotzdem ihre Freude haben.


Diese "Jersey-Boys"-Produktion spielte in folgenden West-End-Theatern:
Prince Edward Theatre: 28.02.08 - 09.03.14
Piccadilly Theatre: 15.03.14 - 26.03.17

(Text: mf)




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Kreativteam

MusikBob Gaudio
TextBob Crewe
BuchRick Elice
Marshall Brickman
InszenierungDes McAnuff
ChoreographieSergio Trujillo
BühnenbildKlara Zieglerova
KostümeJess Goldstein
LichtHowell Binkley


Besetzung

Frankie ValliMatt Corner
Dayle Hodge
Bob GaudioDeclan Egan
Nick MassiMatt Hunt
Tommy DeVitoSimon Bailey
Bob CreweMark Dugdale
Mary DelgadoNicola Brazil
Amelia Adams-Pearce
FrancineHelen Ternent
Joe PesciWill Haswell
BarryNathaniel Morrison
Donnie
Knuckles
Stuart Dawes
Gyp DeCarloMark Heenehan
LorraineNicky Griffiths
Norm WaxmanJoe Maxwell
Hank MajewskiDan O'Brien
SwingsLucinda Gill
Mark Isherwood
Leanne Garretty
Ben Jennings
Chris Stoddart
Ben Wheeler


Frühere Besetzungen? Hier klicken


Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


6 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Can't take my eyes off of you

29.04.2013 - Ich habe spontan am Sonntagnachmittag eine Karte für die Show erstanden und habe 39 Pfund bezahlt und saß in der ersten Reihe im Dress Circle. Das Prince Edward war mindestens zu 3/4 gefüllt. Das Publikum ging gut mit. Ich wusste nicht, auf was ich mich einlasse. Ich habe vorher nur kurz bei Wikipedia eine Kurzzusammenfassung des Stückes gelesen. Ich wäre ziemlich aufgeschmissen gewesen, da die Show eine ganz andere Erzählweise besitzt mit den zahlreichen kleinen Szenen, die meistens ja nicht mal länger als eine Minute dauern. Die Idee, die Geschichte von Frank Valli and the Four Seasons aus der Perspektive der vier Bandmitglieder zu erzählen war sehr gut. Besser als irgendeine fiktive Geschichte um die Musik zu spinnen. Die Musik kannte ich ebenfalls vorher nicht, jedoch stellte sich schnell ein Spaßfaktor ein (und im zweiten Teil kannte ich da auch einige Lieder.). Wie in jeder Jukebox-Show wird viel Wert auf die Musik gelegt, die leider manchmal jedoch nicht länger als eine Minute angespielt wird und schnell switcht man in die nächste Szene. Hat man sich jedoch an den Erzählton der Show gewöhnt, dann hat man durchaus seinen Spaß, der Wow-Effekt bliebt, im Gegensatz zu "Once", aus. Ein großes Kompliment an die Darsteller, die sichtlich Spaß an der Sache hatten. Vor allem ein großes Kompliment an Ryan Molloy, der mir einige Male eine Gänsehaut zauberte. Zuhause habe ich mir sofort die CD bestellt, wohl doch ein Zeichen, dass die Show bei mir nicht ganz in Vergessenheit geraten wird.

jongleur (40 Bewertungen, ∅ 3.3 Sterne)


Gute Unterhaltung mit toller Musik

27.02.2013 - Einfach eine tolle Show.
Das Prince Edward Theater ist zwar viel größer als das August Wilson Theater am Broadway, was aber der Show keinen Abbruch tut.
Das Bühnenbild ist schlicht mit ein paar LED Wänden, ein paar Requisiten und einem Eisensteg über den alles läuft in der Show. Dazu ist ab und an und am Ende dann die Band Live auf der Bühne um die Songs der 4 Seasons zum besten zugeben. Die Story ist die Geschichte von Frankie Valli & den 4 Seasons mit den tollen Hits aus den 60igern: Oh what a night, Big Girls don`t cry, Sherry, Cant take my eyes off of you und vielen mehr.

Der Abend wird getragen von einer tollen Energie des gesamten Ensemble, allen voran mit tollem Bass Eugeen McCoy als "Nick Massi", Jon Boydon als"Tommy", Matthew Wycliffe als toller "Bob Gaudino" und natürlich Ryan Molloy als Frankie Valli mit seiner Engelsstimme.

Ich hoffe sehr, dass es diese Jukbox Musical mal nach Deutschland schafft. Die Musik ist mitreissend und man kommt mit vielen Ohrwürmer aus der Show mit einem Lächlen im Gesicht. Einfach nur zu Empfehlen.

KristinP (53 Bewertungen, ∅ 3.7 Sterne)


Wenn die Musik nicht wär...

08.05.2010 - Ich hatte wirklich mehr erwartet, als alternierende Erzähler an der Rampe. Die wenigsten Songs werden vollständig gesungen, häufig gibt es nur "Häppchen". Viele Szenen wiederholen sich und besonders einfallsreich ist die Inszenierung auch nicht. Immehin: die Musik ist klasse und die Darsteller auf jeden Fall die englischen Pfund wert.

pepob (4 Bewertungen, ∅ 4.3 Sterne)


Eine Compilation mit Hirn und Herz

29.07.2009 - Die Show ist ja mal genial. Sicher es sind einxelne Fragmente und Szenen und immer wieder die Songs und Music der 4 Seasons aber das ist so unterhaltsam gemacht und teilweise lustig.

Ich bin begeistert. Die Cast ist grandios auch der alternierende Franky Velli - Scott Monello - ein junger Typ (ehem. Gallileo in WWRY) hat es voll drauf. Er musste teilweise echt weinen vor Ruehrung weil das Publikum so abging.

Bei FALLEN ANGEL dem Song als seine Tochter gestorben ist wow...

Nach dem eher platten HAIRSPRAY am Montag eine wirklich grandiose Show JERSEY BOYS mit einer fantastischen Cast, einer wandelbaren Buehne und tollen Kostuemwechseln in einem Affentempo.

Zur Sicht in der 1. Reihe (20 Pfund). Man sieht im hinteren Teil die Band nicht aber das stoert kaum. Alle Szenen auf der Buehne sind einwandfrei zu sehen und oft kommen die Saenger direkt vor einem aus dem Boden gefahren. Das war schon genial. Die schauen einen teilweise an und man sitzt wirklich mittendrin. Das war echt genial.

mrmusical (54 Bewertungen, ∅ 3.7 Sterne)


Starke Cast, tolle Unterhaltung

03.12.2008 - Habe in den letzten Wochen viele Shows in London besuchen dürfen und Jersey Boys gehört für mich derzeit zu den TOP 3 Shows im Westend. Ja, eine weitere Compilation-Show aber endlich mal eine, die nicht hanebüchene Storys rechtzufertigen versucht sondern schlicht die Geschichte der 4 Seasons erzählt, aus den Blickwinkeln der einzelnen Bandmitglieder. Tolle Darsteller, sehr stimmige Regie, die Geschichte wird fließend erzählt...ich hatte einen tollen Abend!

Pipapo (9 Bewertungen, ∅ 3.1 Sterne)


schrott

12.09.2008 - Ich war sooooo enttaeuscht von the jersey boys. Ich wollte es echt lieben aber ich bin in der pause gegangen, weil ich sonst eingeschlafen waeren. Die cast war gut aber das Material, die Geschichte, die Mini-Szenen - das war nichts fuer mich.

Gast54321 (5 Bewertungen, ∅ 3 Sterne)


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(mf)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Unterhaltsamer Schnelldurchlauf über Entstehung und Werdegang der Erfolgsgruppe

01.08.2013

 Leserbewertung
(6 Leser)


Ø 3.00 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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