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Comedy

Priscilla - Queen of the Desert

At first I was afraid, then I was petrified

Priscilla - Queen of the Desert Foto: Show Logo
 Bild: Show Logo
Entweder man liebt es, oder man hasst es. Etwas anderes kann man von diesem aus Australien importierten Musical nicht behaupten. Zum größten Teil läuft das Stück rund um den rosaroten Bus namens 'Priscilla', mit dem zwei schrille Dragqueens und eine alternde Transexuelle durch Australiens Wüste reisen, jedoch auf einen Suchtfaktor hinaus, den höchstens die für das West End recht hohen Ticketpreise von über 60 Pfund für beinahe das gesamte Parkett etwas bremsen.
(Text: Diana Breitkreuz)

Premiere: 23.03.2009
 
Den Zuschauer erwartet eine grellbunte Mischung aus fantastisch ausgearbeiteten Kostümen und bekannten Discosongs wie z.B. "I will survive", "Venus" oder "Go West". Der Kultfilm mit Hugo Weaving als Tick und Guy Pearce als nervtötendem Adam wurde perfekt für die Bühne adaptiert und schlägt den Filmklassiker um Längen. Die Kostümbildner für "Priscilla" (Tim Chappel, Lizzy Gardiner) haben mit Sicherheit etwas Einzigartiges geschaffen, das einem lange im Gedächtnis bleibt. Jedes Kostüm ist individuell und spiegelt die bekannte Travestie-Szene von Sydney perfekt wieder. Bis ins Detail grellgrünen Muffins gleichende Kleider wechseln sich mit bunten Fummeln aus Flip-Flops, rosa Glitzerminikleidchen, knappen gelben Shorts und sexy Gladiatoren-Outfits ab. Doch auch die mehr oder weniger normal angezogenen Bewohner im australischen Outback kommen nicht zu kurz und überraschen durch Originalität.

Tony Sheldon verkörperte seine Rolle als Transsexuelle Bernadette bereits in der australischen Uraufführung und zeigt nun auch in London, was man alles aus der Rolle einer alternden Diva im Fummel herausholen kann. Mit Witz und Charme agiert der Darsteller als eine Mischung zwischen der egozentrischen Diva und der Mutter der Truppe, die im fortgeschrittenen Alter noch ihr Glück im australischen Niemandsland findet.

Für die Rolle des Tick/Mitzi wurde Jason Donovan engagiert, der zwischen Fernsehrollen immer wieder auf die Musicalbühne zurückfindet. Als Dragqueen weiß Donovan zu überzeugen, als Tick kann er jedoch seinem Filmkollegen Hugo Weaving nicht das Wasser reichen. Hört man bei seinen ersten Auftritten noch Zwischenapplaus, klingt dieser mit Fortschreiten der Vorstellung jedoch immer mehr ab. Im Film eine der tragenden und beliebtesten Rollen, bleibt Tick zumindest in der Darstellung von Jason Donovan recht unscheinbar und berührt nicht wirklich.

Die Überraschung des Abends ist Oliver Thornton als Adam/Felicia. Im Film ist Adam nur ein absolut nervtötender Schönling, der seine Mitreisenden und die Zuschauer durch seine Art in den Wahnsinn treibt. In der Bühnenversion überzeugt Thornton nicht nur durch einen perfekten Körper und tolles Bewegungstalent. Auch aus dem Charakter von Adam/Felicia holt er eine emotionale Seite hervor, die er mit facettenreicher Stimme und Bühnenpräsenz unterstreicht. Ihm gelingt es, zum Publikumsliebling des Abends zu avancieren.

Für das Ensemble wurde - der Vielfalt an Kostümen und Songs entsprechend - eine bunte Mischung von Darstellern gefunden, die sich in Alter, Hautfarbe und Körperbau deutlich voneinander unterscheiden. Sie alle agieren zusammen und finden ihren Platz in dem wilden Treiben auf der Bühne. Besonders erwähnen sollte man noch Daniele Coombe mit ihrem Mut zur Hässlichkeit (Vokuhila und extremer Hängebusen vor vollem Haus), Steven Cleverley in verschiedenen Dragqueen-Rollen (da wird man einfach als Frau neidisch auf sein Aussehen) und Wezley Sebastian als Miss Understanding, der das Publikum mit Spontaneität und Witz bereits am Anfang aufzulockern weiß.

Im Publikum kam es die ganze Show über zu Heiterkeitsausbrüchen, erstaunten Ausrufen, wippenden Füßen, bis es am Schluss niemanden mehr auf den Plätzen hielt. Für Leute, die sich gerne in eine schrille Welt voll schräger Charaktere, Ohrwürmer und toller Kostüme entführen lassen, ist "Priscilla-Queen of the Desert" ein ultimativer Tipp für den nächsten London-Aufenthalt.



Cast:

Tick/Mitzi - Jason Donovan

Bernadette - Don Gallagher

Adam/Felicia - Oliver Thornton

Bob - John Bowe

The Divas - Charlotte Riby, Portia Emare, Emma Lindars

Miss Understanding - Newley Aucutt

Marion - Amy Field / Yvette Robinson

Shirley - Danielle Coombe

Jimmy - Tristan Temple

Cynthia - Kanako Nakano

Young Bernadette - Steven Cleverley

Frank - John Brannoch

Benjamin - Robert Gain, Ethan Hammer, Harry Polden, Makenzie Thorpe

Christopher Drake, Amy Edwards, Hugo Harold-Harrison, Luke Jackson, Hayley-Jane Langwith, Callum Nicol, Zabrina Norry, Will Peaco, John Phoenix, James Rees, Jeremy Secomb, Robert Styles, Jon Tsouras, Matthew Wesley

(Text: Diana Breitkreuz)

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News: "Hairspray" in London schließt Ende März (31.01.2010)


Für den Inhalt des Videos ist die Musicalzentrale nicht verantwortlich.

Zuschauer-Rezensionen:

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


4 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:

Lebensfreude pur!

08.05.2010 - Lange haben wir uns im West End nicht mehr so köstlich amüsiert. Die Show macht riesigen Spaß und man verläßt das Theater so gut aufgelegt, dass man am liebsten sofort neue Tickets kaufen würde. Sieht man sich zuhause allein oder zu zweit die DVD in der Flimmerkiste an, findet man den Film bestimmt ganz nett und amüsant, aber im Theater mit hunderten anderen Menschen in die bunte Flitterwelt einzutauchen, ist ein unbeschreiblich schönes Erlebnis. Hingehen und einen Abend lang alles andere vergessen!

pepob (3 Bewertungen, ∅ 4 Sterne)

Ein einzigartiges Erlebnis!

06.02.2010 - Wenn man Musicals mag, ist "Priscilla" ein unbedingter Grund nach London zu reisen! Man mus nicht schwul sein, um diese bunte, schrille, fröhliche und zugleich nachdenkenswerte Show grossartig zu finden. "Priscilla" ist einzigartig und nicht vergleichbar - bestenfalls als eine Mischung aus "La Cage aux Folles" und "Mamma Mia". Nur: viel besser! Einzigartig sind die Kostüme und die Lichtoptik - man kanns nicht beschreiben und muss die Show wohl ein zweites Mal sehen, um die vielen Details zu würdigen. Einzigartig ist die Geschichte, die eine schräge Minderheit ernst nimmt und dem Mainstream-Zuschauer die Gedankenwelt und das Schicksal der drei Hauptdarsteller auf symphatische und menschlich berührende Weise vermittelt. Einzigartig sind die Figuren und die gesamte Cast des Londoner Palace Theaters - allesamt glaubwürdig, authentisch und grosartig in Schauspiel, Gesang und Tanz. Einzigartig ist die bekannte Musik in ihrer Kombination und dem Arrangement innerhalb der geschichte. Die Musik treibt die Geschichte voran in einer gelungenen Balance zwischen fröhlich und besinnlich. Die Musik wirkt, als sei sie neu komponiert für dieses Stück.
Und einzigartig ist die Titelheldin - der Bus! "Was die alles tolles aus dem Bus gemacht haben", so einer der Kommentare nach der Vorstellung. Da bekam man Lust, spontan einzusteigen und mit Priscilla mitzufahren.

"Priscilla" funktioniert auf zwei Ebenen: einmal als Gesamtkunstwerk mit der Dramaturgie, der Optik, der Musik und den geschliffenen und brillianten Texten und Wortwitzen.
Es funktioniert aber auch als rein optisch, ohne Textverständnis, quasi als Revue bzw. Compilation. Das ist wichtig für den schlecht englischsprechenden Touristen: man kann bei "Priscilla" auch mit schlecht oder ohne Englisch grossen Spass haben. Den einen oder anderen Gag versteht man immer.

"Priscilla" gehört meiner meinung nach unbedingt in die Kategorie der sehenswertesten Musicals, die derzeit international gespielt. In die Kategorie von "Billy Elliot" und "Next to Normal". Auch wenns einen gänzlich anderen Anspruch und Ansatz hat. "Priscilla" ist keine Minute langweilig oderdurchhängend. "Priscilla" ist Unterhaltung mit Hirn. Und "Priscilla" ist Interaktions-Theater. Selten habe ich im Theater soviel Zwischenrufe- und Animationsbekundungen von den Zuschauern gehört. Keinesfalls störend, im Gegenteil - Teil der besonderern Stimmung im Theater. Zum Square Dance nach der Pause werden aus dem Publikum diverse Damen und Herrn geholt.

Die Show ist perfekt!

Ludwig2 (9 Bewertungen, ∅ 3.6 Sterne)

Party ohne Ende

18.08.2009 - Vielleicht muss man schwul sein, um diese Show zu lieben, aber ein solches Feuerwerk an Spaß, Glitter, Verrücktheit und guter Musik trifft meinen Geschmack voll!

Allerdings muss ich meinem "Vorschreiber" widersprechen. Ich glaube kaum, dass diese Show in Deutschland eine Chance hätte... leider. Fliegt nach London und schaut es euch dort an - es lohnt sich!

Lorenz (21 Bewertungen, ∅ 3.9 Sterne)

Sowas muss nach Deutschland !

15.07.2009 - Ganz ehrlich: Den Film mocht ich nicht. Und ich ging auch nur rein, weil ursprünglich ein weiterer Freund von mir mitfahren wollte und unbedingt in die Show wollte... der dann aber doch absagte...
Aber gut, ich wollte dennoch der Show eine Chance geben...

Und ich erlebte ein Feuerwerk an Gags, tollen Songs, geilen Bühnenbildern und Effekten, sprich eine rundum gelungene Show...
Dabei hält sich die Story sehr am Film, die Musik ist zwar "nur" ein Potporri an 80er und 90er-Jahre-Songs, die aber so gezielt eingesetzt wurden, daß es eben anders ist als bei anderen Juke-Box-Musicals. Wo bei Mamma Mia definitiv die Story um die Songs geschrieben wurden, wurden hier passende Songs ausgewählt, die die Story gut unterstreichen.

Getragen wird die Show von 3 perfekt ausgewählten Hauptdarstellern, darunter auch Jason Donovan, der je älter er wird immer mehr wie Uwe Kröger aussieht. Ich habe mich kurzzeitig daher mal gefragt, ob die Rolle der Mitzi nicht bei einer deutschen Adaption perfekt geeignet für Herrn Kröger wäre... Weiß aber nicht, ob "uns uwe" natürlich genug wäre, um eine Dragqueen spielen zu können *kicher*


Jedenfalls hab ich mich schon lange nicht mehr so für eine Show begeistern können, wie bei dieser hier... Werde es daher mindestens noch 1x angucken und hoffe, daß es Priscilla auch irgendwann nach Deutschland schafft... am besten nach Köln, da würde es gut hinpassen...

Auf jeden Fall eine Show, die man in London nicht verpassen sollte. Werde wahrscheinlich im winter/Frühling nochmal hinfahren und dann mit all meinen Freunden, die noch nicht drin waren, ein "Pink-Weekend" machen... mit allen "rosa-Stücken": Hairspray, Legally Blonde, Priscilla...

Absolutes Must-See.
Note 1+

Cartman1978 (6 Bewertungen, ∅ 2.8 Sterne)

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Tägl. Mo-So 07:30 - 23:00
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(Diana Breitkreuz)
Kurzbewertung

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Ein rosaroter Bus, zwei Dragqueens und eine alternde Transsexuelle sorgen für ein überaus unterhaltsames Stück mit bekannten Discohits und fantastischen Kostümen.

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