 |
 Zeitreise

Das gibt's nur einmal...

Wie golden waren die Zwanziger?

 |
 |
| Bild: Vincent Leifer |
|
1924 bis 1929 - dieser Zeitabschnitt markiert in Deutschland die Goldenen Zwanziger. Mit dieser Revue reist das Theater Vorpommern zurück in diese Epoche. (Text: kw)
 Premiere: 20.03.2010 Der Zeitgeist der 1920er Jahre hat Angst, weil die Menschen anscheinend nicht mehr interessiert sind an der „guten alten Zeit“. Aus diesem Grund beschließt er, die Erinnerungen an die „Goldenen Zwanziger“ wachzurufen. Dies geht natürlich nicht reibungslos vonstatten und führt zu skurrilen wie auch anrührenden Situationen. Außerdem fühlt sich der Zeitgeist der 2010er Jahre dadurch massiv in seiner Arbeit gestört und versucht, dem Treiben seines scheinbar antiquierten Kollegen Einhalt zu gebieten. Dabei zeigt sich, dass die 1920er Jahre weit mehr mit unserer Zeit zu tun haben, als man zunächst vermuten möchte. Und dass man aus dieser Zeit auch durchaus noch einiges lernen kann …
 Unsere musikalische Revue lädt zu einem Spaziergang durch die humorvolle, mitreißende, ausgelassene und frivole, aber auch sehnsuchtsvolle musikalische Welt der Zwanzigerjahre ein. Das Publikum wird mitgenommen auf eine Reise in eine faszinierende Zeit, garniert mit Texten der Epoche, welche auch heute noch – in bemerkenswerter und erschreckender Weise – Geltung haben. Solisten, Chor, Orchester und Ballett des Theaters Vorpommern singen und swingen dabei durch die „Roaring Twenties“ und versprechen einen unterhaltsamen wie anspruchsvollen Abend.


 Revue in zwei Teilen von Karsten Barthold

 Kreativ-Team
 Musikalische Leitung: Egbert Funk
 Konzeption und Inszenierung: Karsten Barthold
 Bühne: Sabine Lindner
 Kostüme: Christine Becke
 Choreografie: Sabrina Sadowska


 Besetzung
 Zeitgeist der 20er Jahre - Noriyuki Sawabu
 Zeitgeist der 10er Jahre - Wiebke Damboldt
 Der Bu-Tiquenverkäufer - Jens Waldig
 Dr. Benjamin Schmidt - Chul-Ho Jang
 Susanne Schmidt - Eva Resch
 Der Poet Otto Licht - Michael Renier
 Wirtin Clara - Doris Hädrich/Christina Winkel
 (Text: Theater)

 Zuschauer-Rezensionen: Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.  2 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:

   
Was ist daraus geworden???
19.06.2010 - Am Freitag dem 18. Juni 2010 lud ich Freunde ein, mit mir die Revue „Das gibt’s nur einmal“ in Stralsund zu sehen, die ich schon in der Premiere dort sah. Es war die erste Vorstellung in diesem Theater nach der Premiere, die nunmehr 3 Monate zurück liegt.
Beschämend allerdings, was hier geboten wurde. Nicht nur, dass das Ensemble, mit Ausnahme des Zeitgeist der 20er, höchst unkonzentriert wirkte und offenbar die Rollen schon in Vergessenheit geraten sind – nein, es grenzt an Unerträglichkeit, was dem Publikum an Gesangsqualität geliefert wurde. Stimmlich ist diese Vorstellung insbesondere von den Damen des Ensembles ein Desaster gewesen. Es ist nur noch LAUT und was noch schlimmer ist, SCHRILL! Ein Waffenschein für ihre Stimme müsste verlangt werden vom Zeitgeist der 10er (Frau Damboldt), deren Trefferquote bei den Tönen höchst gering ist, dafür aber in den hohen Lagen Komatöse wieder erwecken kann. Besonders zum Ausdruck kommt dies am Anfang, wenn sie als einzige der Damen, die die Boutique stürmen, offenbar mit Mikrofon verstärkt wird. Sie übertrumpft alle stimmlich, wenngleich die anderen Damen wohl harmonischer klingen, dies aber untergeht in der Dominanz der Einzelnen. Ebenso Wirtin Clara (dargestellt von Frau Winkel), deren Kehlvibrato akustisch verstärkt noch schmerzvoller beim Zuschauer ankommt. Warum werden Defizite noch potenziert?
Die Vorlage – also das Stück an sich – ebenso wie Kostüme und Bühne sind wunderbar geblieben! Diejenigen, die das Ganze mit Leben füllen müssten, sind –mit Ausnahme des Zeitgeist der 20er, der offenbar einen hohen Qualitätsanspruch hat, wie auch der solide gespielte Part des Bu-Tiquenbesitzers – so schlecht geworden, dass ungesehen jede Laiengruppe das Stück besser aufführen würde. Dem Ballett hätten auch ein paar Übungen gut getan, denn es wirkt besser, wenn die Paare synchron tanzen.
Wenn dies(!) der NEUE künstlerische Anspruch des Theater Vorpommern ist, dann sollte man sich dringend danach umschauen, kulturelle Alternativen zu finden, denn so masochistisch kann man gar nicht sein, für hart verdientes Geld derartige Leistung ertragen zu müssen. Es war mir im Übrigen meinen Freunden gegenüber peinlich, sie in diese Vorstellung eingeladen zu haben…
 NON-RESURRECTIONIST (erste Bewertung)    
wirklich - einmalig!
21.03.2010 - Eine grandiose Revue, die sehr zum nachdenken anregt! Der Regisseur und Autor des Stückes, Karsten Barthold hat sich eingelassen auf den Zeitgeist der 20er Jahre und diesen als wirkungsvolles Instrument eingesetzt, Lebensart zu reflektieren aber vor allem auch damit den Bogen zu spannen ins hier und heute. Mit dieser Revue ist es dem Autor gelungen, Parallelen zum Heute aufzuzeigen, Erscheinungen und Missstände im Heute zu reflektieren ohne dabei ein einziges Mal den Zeigefinger richtend oder wertend zu erheben. Viel Zwischen- und Pausenapplaus und phrenetischer Schlussapplaus der Premiere im Theater in Stralsund geben ihm hier Recht. Mit diesem Stück hat der Autor ein aktuelles Werk geschaffen, das in die heutige Bühnenlandschaft passt. Weder die Politik noch allgemeine Zeiterscheinungen werden ausgelassen. Ein vielfaches Bravo hierfür.
Gesanglich ist die Meisterleistung des Zeitgeist der 20er (Noriyuki Sawabu) hervorzuheben. Der Darsteller zeigt, dass in ihm ein universelles Bühnentalent steckt. Mit Bravour führte er den Handlungsstrang mit bestmöglicher Stimm- und darstellerischer Leistung vom ersten bis zum letzten Moment des Abends, was ihm verdiente Bravorufe eintrug. Solche Sänger und Darsteller wünscht man sich jederzeit und immer wieder zu sehen, denn sie sind es, die ihren Rollen Charakter und Leben schenken.
Weniger überzeugend hingegen die Wirtin Clara (an diesem Abend dargestellt von Christina Winkel), die zwar altersgerecht mit ausgeprägtem Tremolo die ihrigen Gesangspartien ablieferte, dies jedoch leider mit dem Nebeneffekt, dass man den Text schon besser selbst kennen oder lesen sollte denn verständlich ist er leider nicht. Leider ist auch ihr Rollenspiel nicht gerade mit ausgeprägter Glaubwürdigkeit gekrönt. Hier bleibt zu hoffen, dass die im Programm angekündigte Alternativbesetzung besser punkten kann.
Absolut sehenswert die Damen des Ensembles in ihren Ensemblenummern wie „Doof aber süß“ oder „ich hab ne Tante“ – hier zeigt sich neben dem Hauptdarsteller des Abends, was es bedeutet wahre Lust an der Rolle und deren Spiel zu zeigen. Hier geben die Damen Alles. Generell sei bemerkt, dass die Massenszenen wie „Klingelfee“ ebenso wie einzelnen Soli bestens inszeniert und professionell auf die Bühne gesetzt sind. Wobei auch Bu (alias Burkhard – in der Rolle, Jens Waldig im wahren Leben) seinen Part locker-lustig meistert. „10“ stünde es besser zu Gesicht noch glaubhafter zu werden, der Rolle mehr Leben einzuhauchen, mehr Mensch stände der Figur einfach besser, wenngleich die Rolle schon die bleiben muss – das „auftauen“ kam für meinen Geschmack leider erst kurz vor dem Finale. Frau Schmidt wie auch Herr Licht werden ihrer Rolle mit Charme und Herz gerecht – sie spiegeln die Rollen, als wären sie aus ihrem eigenen Leben übertragen.
Das Ballett zeigt solide aber nicht unbedingt hervorstechende Tanzeinlagen. Das Orchester, in die Bühne integriert sorgte für den Schwung, den diese Revue braucht.
Im stilsicheren und äußerst wandlungsfähigen Bühnenbild von Sabine Lindner wird dieser Revue der passende Rahmen gegeben. Auch hier wir mit „Bogenschlag“ aus damaliger Zeit ins Heute gezeigt, was auf der Bühne von den Darstellern interpretiert wird. Gekleidet mit Kostümen von Christine Becke ist den kreativen, darstellenden und zuarbeitenden ist es gelungen, einen Revueabend auf die Bühne zu bringen, der eine wahre Freude und mehr als nur einmal sehenswert ist. Schade, dass man - wenn überhaupt – lange auf eine weitere Vorstellung warten muss!
 T.R. Heinrich (erste Bewertung)
Bitte melden Sie sich an, wenn Sie einen Leserkommentar abgeben wollen. Neu registrieren | Logon Details können Sie hier nachlesen: Leserkommentare - das ist neu |
 |

|
 |

Leider keine aktuellen Aufführungstermine. |
 |
 |