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Gruselspaß

Der kleine Horrorladen

Fütter mich!

Studenten der Kasseler Kunsthochschule zeigen gemeinsam mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus ganz Deutschland das Ashman/Menken-Musical. Die Leitung hat Svenja Schröder.
(Text: dv)

Zuschauer-Rezensionen:

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


2 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:

kreativ, engagiert, mutig, sehenswert

11.08.2010 - Die Kritik meines Vorgängers kann ich leider nicht so stehen lassen. Ich war überaus erfreut über die Inszenierung dieses Klassikers in Kassel, denn trotz der immens kurzen Produktionsphase von 20 Tagen (ein Wahnsinn!) haben die Leute hier ein unglaublig kurzweiliges, witziges und gefühlsechtes Ergebnis auf die Beine gestellt. Ich habe mich in den 2 Stunden nicht einmal gelangweilt. Man darf hierbei eben nicht vergessen, dass alle Beteiligten Leien sind und der Maßstab zu einer professionellen Produktion (wie z.B. die im Staatstheater vor ein paar Jahren) einfach nicht angebracht ist.

Es wird nicht gekleckert, sondern geklotzt! Stimmige Kostüme, ulkige Choreos, eine Requisitendichte mit einem ungemeinen Gespür fürs Detail verbunden mit einer Spiel- und Singlust lässt den Funken sehr schnell aufs Publikum überspringen. Zumindest war das am letzten Sonntag der Fall.

Die Darsteller bewegen sich nach meinem Emfinden auf gehobenen Laienniveau. Und auch wenn Band und Emsemble letztes Wochenende noch nicht hundertprozentig abgestimmt waren (es gab angeblich Koordinierungsschwierigkeiten, die das gemeinsame Proben verzögerten) bin ich mir sicher, dass diese Zusammenarbeit bis zum nächsten Wochende noch wächst und sich beide Teile prima ergänzen werden.

Die Darstellung der Pflanze emfand ich als außerordentlich mutig. Sie versteckt sich nämlich nicht in einem Schrank oder einer dunklen Niesche. Nein, sie steht in voller Pracht auf der Bühne und wird voll ins Spiel integriert. Das ist keineswegs selbstverständlich (auch bei professionellen Inszenierungen nicht) und verdient größte Anerkennung.

Zu guter Letzt noch ein Lob an die Regie, die den Horrorladen nicht in rein unterhaltendes Musiktheater einpflanzt. Durch die bewusst typisierten Spielerdarstellungen und z.T. auch überstereotypen Verklärungen der Choreos und besonders die Inszenierung des Agenten am Schluss wird eine kapitalismuskritische Metaebene eröffnet, welche nicht nur den permanenten Subtext unterstützt, sondern ebenfalls verdeutlicht, dass hier nicht in den blauen Dunst inszeniert wurde.

Fazit: ein Vorstellung mit viel Witz, Charme, Gefühl fürs Detail und Geist.

Unbedingt reingehen! Ich gebs mir nochmal - allein der Zahnarzt... ;o)

Jiriki (erste Bewertung)

Ok mit einigen Abstrichen

09.08.2010 - Die Laiengruppe hat lediglich um die 20 Tage an dieser Produktion gearbeitet - dafür und für das Resultat aus dieser enorm kurzen Zeit ein dickes Lob. Respekt!

Aber insgesamt merkt man an vielen Stellen gerade deswegen Unsicherheiten. Die Band verdeutlicht das am allermeisten. Immer wieder verpatze Einsätze oder Stellen an denen man sich aus Unsicherheit lieber zurücknimmt, damit aber leider die Akteue auf der Bühne verwirrt. Diese sind ein buntes Potpurrie aus Schülern und Studenten zwischen 16 und 35 Jahren aus ganz Deutschland.

Wie üblich bei Laienproduktionen gibt es einige starke und ein paar schwächere Darsteller/Sänger. Damit muss man einfach leben.

Audrey2 erinnert leider eher an einen Vogel, als an eine Pflanze.
Ansonsten tolle Kostüme!

Endresultat bleibt jedoch: ich würde es mir nicht nocheinmal ansehen.

Wicked-Freak (9 Bewertungen, ∅ 2.9 Sterne)

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