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Grusical

Tanz der Vampire (2016-17)

Bald gehört uns die Welt!


© Stage Entertainment
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Die Untoten leben – und wie! Nur knapp drei Jahre nach dem angekündigten "endgültigen Abschied" des Musicals aus Deutschland laden die Vampire mit einer tollen Besetzung in der bewährten Inszenierung wieder zum Tanz und beweisen ihre Unsterblichkeit. Ein wirklich gelungenes Comeback, dessen einziger Wermutstropfen das abgespeckte "Orchesterchen" ist.

(Text: Kai Wulfes)

Premiere:24.04.2016
Rezensierte Vorstellung:24.04.2016
Letzte bekannte Aufführung:15.01.2017


© Stage Entertainment
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Phänomen Tütensuppe. Wer nie eine hausgemachte Bouillon mit natürlichen Zutaten gegessen hat, dem mundet auch ein künstlich mit allerlei chemischen Zusatzstoffen aufgepepptes Industrieprodukt. Voller akustischer Geschmacksverstärker und im Computer erzeugter Instrumenten-Imitate kommt auch die aktuelle "Tanz der Vampire"-Produktion daher. Insbesondere wenn die Steinman-Partitur bombastisch-rockig wird, wie in der Ouvertüre, klingt sie mit ihren auf Perfektion getrimmten Streicher- und Bläserpassagen wie künstlich auf Hochglanz poliert. Auch wenn dieser Soundbrei oft viel zu laut aus den Boxen wummert, setzt sich die Musik immer noch schmeichelnd im Gehörgang fest. Das auf zehn Personen reduzierte Rumpf-Orchester unter dem Dirigat von Robert Emery verwaltet die Musik mehr, als dass es sie gestaltet. Eine bedenkliche Entwicklung.

Aufgetischt wird das Revival der Untoten wieder in der bekannten Ur-Inszenierung von Roman Polanski. Co-Regisseur Cornelius Baltus hat sie für die Berlin-Premiere so servierfertig zubereitet, dass auch die zigste Wiederbegegnung eine wahre Freude ist. Schnelle Abläufe, liebevoll gezeichnete Charaktere und ein gut austariertes Verhältnis von Komik und Dramatik lassen sowohl wohlige als auch kalter Schauer über den Rücken laufen.

William Dudlleys Bühnenbild mutet in der Tourneeversion etwas reduziert an: Die auf der Drehbühne rotierende Schenke im ersten Akt wirkt im Vergleich zur Ausstattung der Original-Inszenierung von 1998 etwas nüchterner, das morbide Schloss etwas abgespeckter. Dafür punkten die neu gestalteten Video-Animationen mit rasanten Landschaftsfahrten bis hin zu einem gruselig-grauen Schloss-Monstrum. Wahre Hingucker sind wie eh und je die dreigeschossige Gruft und vor allem die sich absenkende Wand mit den Gräbern, aus denen die Untoten in ihren morbid-abgewetzten Kostümen (Sue Blane) beim Showstopper "Ewigkeit" kriechen. Neu ist die schicke schwarze Bekleidung für die tanzenden Vampire im Finale (Reto Tuchschmid). Nicht erst jetzt begeistern Dennis Callahans zackig-rasante Choreografien. Das durch den Co-Choreografen Vanni Viscusi auf Höchstleistung getrimmte (Tanz-)Ensemble liefert eine bravouröse, sehr synchrone Leistung ab und beweist, dass die Show keinerlei Patina angesetzt hat. Toll!


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Die Casting-Verantwortlichen haben bei der durchweg sehr guten Besetzung ein glückliches Händchen, auch wenn die ein oder andere Rolleninterpretation Geschmackssache ist. Das gilt zum Beispiel für Mark Seibert, der den Ober-Vampir Graf von Krolock eher als smarten, weniger diabolischen Gentleman anlegt. In "Die unstillbare Gier" blitzen auch Zerrissenheit und Verzweiflung auf, die ansonsten hinter der Maske eines würdigen Schlossherrn verborgen bleiben. Stimmlich mogelt sich Seibert gekonnt um den ein oder anderen voll ausgesungenen Ton herum, was auch die Tontechnik unterstützt, indem die Regler seines Mikrofons etwas mehr aufgedreht werden als bei anderen. Unterm Strich liefert er allerdings eine gute Leistung ab und steht damit verdient im Zentrum der Aufführung.


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Schon rein optisch wirkt Veronica Appeddu als Sarah neben Seibert zerbrechlich. Ihr zarter, sehr sicher geführter Sopran unterstreicht auch akustisch den Eindruck eines zwar naiven, aber auch abenteuerlustigen Mädchens, das sich erotisch von Graf Krolock angezogen fühlt, und sich deshalb für ihn opfert. Als handfeste, aber auch verführerische Magd Magda punktet Merel Zeeman vor allem mit ihrem resolut vorgetragenen "Tot zu sein ist komisch". Stimmlich und darstellerisch ein Glücksfall sind auch Nicolas Tenerani als komischer Wirt Chagall und Milan van Waardenburg als tuntiger Vampirspross Herbert.

Nahezu eine Idealbesetzung sind Victor Petersen und Tom van der Ven als komisches Forschergespann. Petersen tapst als verschroben-vertrottelter Professor Abronsius durch die Szenerie und hat schon dadurch die Lacher stets auf seiner Seite. Den auch rhythmisch sehr anspruchsvollen Song "Wahrheit" meistert er in der Kopfstimme bravourös und sorgt damit bereits im ersten Drittel der Show für ihren gesanglichen Höhepunkt. Als ihm zur Seite stehenden Assistent Alfred ist van der Ven ein in Liebe erglühter Angsthase, der immer wieder die verfahrenen Situationen rettet. Sein runder, bis in die höchsten Lagen auch sehr zarter Tenor harmoniert perfekt mit diesem Rollenbild.

Bei der furios umgesetzten Berliner Wiedererweckung der Untoten tobt zum Schlussapplaus das auch mit einigen kostümierten und geschminkten Fans besetzte Haus vor Begeisterung. Ein personell richtig gut besetztes Orchester ohne Computertrickserei wäre genau der Klacks Schlagsahne, der diese Produktion veredeln würde.


Diese Produktion ist/war in folgenden Theatern zu sehen:
23.04.2016 bis 25.09.2016 Theater des Westens, Berlin
05.10.2016 bis 15.01.2017 Deutsches Theater, München

(Text: Kai Wulfes)






Kreativteam

MusikJim Steinman
Buch und TexteMichael Kunze
RegieRoman Polanski
Co-RegieCornelius Baltus
ChoreografieDennis Callahan
Co-ChoreografieVanni Viscusi
Musikalische LeitungRobert Emery
Bühne und ProjektionenWilliam Dudley
KostümeSue Blane
Reto Tuchschmid
LichtHugh Vanstone
SoundThomas Strebel
Arangements und Musikalischer SupersisorMichael Reed


Besetzung

Graf von KrolockJan Ammann [20.11.2016-15.01.2017],
(Torsten Ankert)
(Kiril Zolygin)

Prof. AbronsiusVictor Petersen,
(Pascal Höwing)
(Sander van Wissen)

AlfredTim van der Ven,
(Andrew Chadwick)
(Noah Wili)

SarahVeronica Appeddu,
(Marina Maniglio)
(Anja Wendzel)

MagdaMerel Zeeman,
(Fleur Alders)
(Karolin Konert)

HerbertMilan van Waardenburg,
(Sander van Wissen)

ChagalNicolas Tenerani,
(Torsten Ankert)
(Michael Anzalone)

RebeccaYvonne Köstler,
(Fleur Alders)
(Pamela Zottele)

KoukolPaolo Bianca,
(Alex Hyne)

Nightmare Solo ISander van Wissen,
(Michael Anzalone)
(Milan van Waardenburg)

Nightmare Solo IIKirill Zolygin,
(Michael Anzalone)
(Milan van Waardenburg)

Tanz-SolistinAlessandra Bizzarri,
(Katie Allday)
(Astrid Gollob)

Tanz-Solo Schwarzer Vampir
Rote Stiefel
Mate Gyenei,
(Joe Nolan)

Tanz-Solo Weißer VampirKevin Schmid,
(Stefan Mosonyi)
(Nicola Trazzi)

EnsembleFleur Alders
Katie Allday
Torsten Ankert
Alessandra Bizzarri
Vicki Douglas
Veronika Enders
Mate Gyenei
Karolin Konert
Marina Maniglio
Stefan Mosonyi
Joe Nolan
Nicole Ollio
Kevin Schmid
Nicola Trazzi
Sander van Wissen
Anja Wendzel
Noah Wili
Kirill Zolygin
Pamela Zottele
SwingsMichael Anzalone
Sanne Buskermolen
Andrew Chadwick
Astrid Gollob
Samantha Harris-Hughes
Thomas Höfner
Pascal Höwing
Kevin Hudson
Alex Hyne


Frühere Besetzungen? Hier klicken



Produktionsgalerie (weitere Bilder)

© Stage Entertainment
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Zuschauer-Rezensionen

Die hier wiedergegebenen Bewertungen sind Meinungen einzelner Zuschauer und entsprechen nicht unbedingt den Ansichten der Musicalzentrale.


5 Zuschauer haben eine Wertung abgegeben:


Das hatte ich schon besser erlebt

13.11.2016 - Ich war gestern dort und wurde in mancher Hinsicht enttäuscht. Ich habe es in Wien, Stuttgart und Berlin (2012 und aktuelle Tour) gesehen. Vom Bühnenbild her war es völlig ok, da waren die Abstriche zu Stuttgart zu verkraften. Ich hatte das Gefühl, dass wieder das grosse ursprüngliche Haus aus Stuttgart zu sehen war. Berlin 2016 hatte ich kleiner in Erinnerung, aber vielleicht irre ich auch.

Ein grosser Minuspunkt war das Orchester mit 11 Mann/Frau. Das reicht einfach nicht für dieses Musical. Das sind sich wohl auch die Produzenten bewusst, darum wird einfach die Lautstäke nach oben gedreht. In München kam noch dazu, dass ich 3 Reihe rechts einen schepperden und brummenden Lautsprecher hatte. Der Orchestersound übertönte an den meisten Stellen den Gesang. Wie schon oft dikutiert ist die Texverstänlichkeit auch noch durch starke Akzente eingeschränkt.

Thomas Borchert als Graf war solide, stimmlich wie von ihm gewohnt top. Aber irgendwie haben mich andere Grafen mehr gefesselt. Veronica Appeddu fiel für mich am Meisten ab. Der Akzent ging noch, aber man merkte, dass sie sich so konzentrieren musst, dass ihr die Lockerheit fehlte. Obwohl für diese Rolle sicher nicht die kräftigste Stimme erforderlich ist, wurde ich mit ihren zum Teil geschrienen Tönen nicht warm. Ich bin mir sicher, da hätte man, wenn man wollte, auf dem deutschen Markt eine passende Jungdarstellerin gefunden. Ebenso erging es mir mit Tom van der Ven als Alfred. Der Rest war solide, herausgestochen ist da noch Victor Petersen als Professor. Das Ensemble war sehr spielfreudig.

Das Haus war fast voll gefüllt. Im Foyer hörte man während der Pause und danach auch einige negative Stimmen. Trotzdem war der Schlussapplaus durch die Anwesenheit des gefühlt halben Thomas Borchert Fanclub frenetisch.

nummelin3 (2 Bewertungen, ∅ 3.5 Sterne)


Vampire jetzt mit Akzent

16.09.2016 - War am 13.9 in der Show.

Insgesamt hat das Stück nicht viel verloren in der Tour Version: Gutes Bühnenbild, Schöne Kostüme, gutes Licht.

In der gesehen Vorstellung war Jan Ammann als Graf ein Highlight. So facettenreich habe ich die Rolle noch nicht gesehen. Dazu sehr gut gesungen.
An diesem Abend war er, Yvonne Köstler als Rebecca ( sehr gut interpretiert ) und Victor Petersen als Professor ( herrlich kauzig und stimmlich sehr gut )die einzig klar deutsch sprechenden Darsteller auf der Bühne.

Bei den Ticketpreisen kann man doch erwarten, dass man klar verständliche Darsteller auf der Bühne hat. Einige Passagen waren sehr unverständlich, vor allem wenn das Ensemble singt und spielt. Z.B. Milan van Waardenburg als Herbert ist in der Rolle ein pures Klischee und nervt mit klarem Akzent, bei nicht vielen Sätzen.

Insgesamt ist die Spielfreude aber sehr groß vom gesamten Ensemble und sehr Energie geladen.

Man muss sich wohl wieder dran gewöhnen, kein klares Deutsch auf der Bühne zuhören. Sehr schade.

KristinP (48 Bewertungen, ∅ 3.6 Sterne)


Das neue Ensemble und ein genialer neuer Graf sind der Hit!

23.06.2016 - Beim Besuch am 11. Juni 2016 (Abendshow) war ich 1. sehr gespannt wie diese Tourneeproduktion vom Bühnenbild her sein wird und vor allem wie die komplett neuen Cast-Mitglieder denn so ankommen werden..

Dazu - TANZ DER VAMPIRE im 19. Jahr lohnt sich alleine schon deswegen weil es eine rund um neue und tolle Besetzung gibt - alle Rollen wurden frisch und neu besetzt und das merkt man total - das war für mich am Abend die größte Freude zusammen mit einem genialen neuen Graf - MARK SEIBERT - Gänsehaut pur - was der stimmlich und Darstellerisch abliefert - katapultiert sich in meine TOP 5 der besten VAMPIR-Grafen EVER....

Als Sarah hatten wir MARINA MANIGLIO sie spielte ihre 4. Show als SARAH und ich muss sagen - perfekt und frisch gesungen - tolles Schauspiel - jugendlich nativ - ein super Fang für die Rolle..kein Akzent - tolle Stimme -

Neben MARK SEIBERT war die Konkurrenz groß - der "Professor" alias VICTOR PETERSEN - so eine geniale Mimik und Gestik - der Hammer - so voller Spielfreude - heimste den größten Applaus zurecht neben Mark Seibert ein - der Kerl ist 27 Jahre jung - und Verkörpert den schrulligen Professor so als ob er wirklich 80 wäre - Kompliment an das CASTINg-Team der STAGE...

Auch ein neuer Alfred (Noah Wili), eine neue REBECCA (Pamela Zottele), Chagal (Nicolas Tenerani), Magda (Merel Zeeman), Herbert (Milan van Waardenburg) & ein neuer Koukol (Paolo Bianca) zeigten wie fruchtbar es war die "alten Zöpfe" abzuschneiden und neues mit der Besetzung zu wagen...

Man hat grad beim CHAGAL und KOUKOL sowie der REBECCA-Darstellerin die Bewegungen und Gesten, Mimiken so drin da in den vielen Jahren oft die selben Darsteller diese Rollen verkörperten - in der Show jetzt sieht man deutlich, dass die jungen Wilden ihre neue Performance suchen und auch finden so dass die VAMPIRE nun "renoviert" wurden - CHAPEAU...

Für eine Tour ist das Bühnenbild auch kaum verändert - im Gegenteil - man ist im Digitalen Zeitalter angekommen - die coolen Projektionen und Effekte sind toll - trotz allem ist was die Bühnenelemente betrifft noch alles Detailgenau da - das Wirtshaus, die Gräberwand, die Betten, die Gruft - keine Einsparungen - lediglich in der Gemäldegalerie fehlt ein Bilderrahmen aber das fällt nun wirklich nicht ins Gewicht...

Im Gegensatz zu der Bashing-Kritik muss ich sagen dass der Orchesterklang satt und rockig ist - es ist zwar so, dass es natürlich nicht so viele Streicher gibt - die ruhigen Szenen werden nicht mehr so ausgespielt aber grad bei den Ensembleszenen, Tanzsaal, haut das Orchester unter der Leitung von Leif Klinkhardt einen nach dem anderen Raus und das Publikum topt....Super...

Das absolute Highlight des Abends MARK SEIBERT'S "Unstillbare Gier" - bisher hat noch kein Krolock-Darsteller sich so intensiv mit dem Text beschäftigt und sich schauspielerisch so ins Zeug gelegt - er spricht richtig mit den einzelnen "Gräbern" - geht voll in dem Song auf - also wer die Chance hat sollte unbedingt MARK SEIBERT noch sehen - ansonsten sind die anderen CAST-Mitglieder frisch, ein Traum und die Vampire haben sich nach 3 Jahren erneuert...

Der Kritik zum Orchester kann ich nicht folgen. Einem Live-Orchester 2 Sterne zu geben ist für mich das letzte. Wir müssen hier die Qualität hochhalten und das IMAGE des Musicals hoch halten und nicht mit diesen 0/8-15-Produktionen einzug halten...

Wie groß nur wäre der Aufschrei wenn die STAGE ein 40-Mann-Orchester aufnehmen würde und das als Halb-Playback einsetzen würde - gar nicht auszudenken...

Maxim (32 Bewertungen, ∅ 4.1 Sterne)


Ja Wien,Hamburg und auch Berlin

17.05.2016 - War da.Mus sagen wär zu letzt das Musical in Hamburg+Berlin gesehen kann sich freuen.Jetzt naja.Der Hauptdarsteller ganz gut.Aber ehrlich.Jeder kann diese Rolle nicht spielen.Schade.Die Leute in München können sich freuen.Sehr freuen.Dort kommt Thomas Borchert.Lieber dort hinfahren.

WÖBBEL04 (9 Bewertungen, ∅ 3.1 Sterne)


Früher war mehr Biss.

12.05.2016 - Keine Frage, die Vampire zünden auch im zig-ten Aufguss immer noch. Wer die Show nicht gesehen hat, bevor sie vor ein paar Jahren "für immer Deutschland verließ" (die Ewigkeit ist halt noch nicht so lang, wie man denken mag), der sollte die Gelegenheit nutzen und wird dabei seinen Spaß haben. Im direkten Vergleich mit den Vorgängerproduktionen der Stage und der VBW lässt sich aber der Eindruck nicht erwehren, dass Krolock & co schon bessere Zeiten erlebt haben.

Das tourneegerecht abgespeckte Bühnenbild lässt sich verschmerzen und fällt eigentlich nicht negativ auf, auch dank der aufgebrezelten Animationen. Dass es aus dem Orchestergraben etwas arg hohl und dumpf herausschallt, ist gerade bei den großen Rockballaden schon deutlich kritischer. Da kann die Tontechnik noch so sehr aufdrehen – ein paar kleines, lautes Instrumente sind nicht dasselbe wie ein großes, gut ausgesteuertes Orchester.

Fast noch schwerer fällt jedoch ins Gewicht, dass das aktuelle Hauptdarsteller-Duo nicht überzeugen kann. Mark Seibert zaubert im zweiten Akt eine wirklich grandiose "Unstillbare Gier" daher – ansonsten bleibt er stimmlich ungewohnt blass und legt sich auch bei der Darstellung scheinbar nicht wirklich ins Zeug: Sein Krolock ist im Grunde identisch mit seinem Tod – nur mit längeren Eckzähnen. Das mag Jammern auf hohem Niveau sein, aber von einem der führenden Musicaldarsteller im deutschsprachigem Raum erwartet man einfach mehr, als dass er jede seiner Rollen ähnlich interpretiert. Auch seine Bühnenpartnerin ist alles andere als eine Idealbesetzung für Sarah. Veronica Appeddus starker, harter Akzent behindert zwar nicht die Textverständlichkeit, nimmt aber jegliche Weichheit und Wärme aus ihrer Stimme. Auch eine nuancierte Interpretation sucht man vergebens; dafür ist sie zu sehr damit beschäftigt, die deutsche Sprache zu meistern. Da können Tim van der Ven als liebenswerter Alfred mit starker Stimme und Victor Petersens überaus unterhaltsamer Abronsius noch so sehr überzeugen – wenn Krolock und Sarah nicht begeistern, dann leidet das Stück als ganzes.

Früher war halt mehr Lametta. Und mehr Biss. Für Vampir-Neulinge bleibt die Show empfehlenswert – Wiederholungstäter sollten sich vielleicht lieber an ihren Erinnerungen erfreuen.

Sandrine (20 Bewertungen, ∅ 4.1 Sterne)


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Handlung
Der spleenige Professor Abronsius reist mit dem nervösen Studenten Alfred nach Transsylvanien, um die Existenz von Vampiren nachzuweisen. mehr

Weitere Infos
Roman Polanski, auf dessen Film aus dem Jahr 1967 die Show basiert, führte auch für die Musicalfassung Regie - und überraschte mit einer auch visuell starken Umsetzung, die nie an die Kopie eines Filmes erinnert. Uraufgeführt wurde die Musicalfassung am 4. Oktober 1997 in Wien. Es folgten Produktionen derselben Inszenierung u.a. in Stuttgart (2000-03, 2010-11, 2017), Hamburg (2003-06), Berlin (2006-08, 2011-13, 2016) und Oberhausen (2008-10). "Tanz der Vampire" lief mit großem Erfolg in Japan und wurde u.a. auch in Warschau gezeigt. Als erstes im Original deutschsprachiges Musical schaffte die Show auch den Sprung an den Broadway, ging dort (in einer stark bearbeiteten Fassung) um den Jahreswechsel 2002/03 allerdings nach wenigen Wochen unter.

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 Kurzbewertung [ i ]
(kw)

Inszenierung

Musik

Besetzung

Ausstattung

Furiose, zu Recht frenetisch bejubelte Rückkehr der Untoten. Einziger Wermutstropfen: Die 10 Musiker im Graben verkommen zu akustischen Stichwortgebern in einer dröhnend lauten Konservenabmischung.

24.04.2016

 Leserbewertung
(5 Leser)


Ø 2.80 Sterne

 Termine

Leider keine aktuellen Aufführungstermine.


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